Monat: Juni 2020

Gar nicht so schlecht, so ein Besuch im Freibad

Ich packe so gegen 11 Uhr an einem freien Tag mein Handtuch, ein Buch, eine Flasche ALDI-Mineralwasser und eine Flasche Sonnencreme ein und setze mich ins Auto. Natürlich müsste ich nicht mit dem Auto fahren. Ich könnte ja auch mit dem Rad fahren. Aber Radfahren ist genauso zum Kotzen wie Straßenbahn fahren … und zu Fuß geht nun wirklich nicht! Also, ich fahre zum Schwimmbad.

Je näher ich dem Schwimmbad komme, um so größer wird die Zahl der Radfahrer, die mit sonnigem Gemüt kreuz und quer nebeneinander und sowieso überall auf der Strasse herumschlingern, die Sonnenbrille auf der Nase und tonnenweise Krempel im Körbchen, wie zum Beispiel Luftmatratzen, Kühlboxen, Sonnenschirme oder ihren Nachwuchs. Man könnte glauben, manche wären aus ihren Häusern vertrieben auf dem Weg in die Fremde … aber nein, sie wollen tatsächlich nur einen Tag ins Schwimmbad.

In tiefem Vertrauen auf den lieben Gott und meine Geduld rauschen sie also unkoordiniert vor meinem Auto herum … aber ich lasse mich nicht entmutigen und suche einen Parkplatz. Schatten wäre toll. Am besten nicht zu weit weg.

Ich suche ungefähr eine halbe Stunde und stelle mich dann siebeneinhalb Kilometer vom Eingang entfernt gegen die Fahrtrichtung im absoluten
Halteverbot auf einen sonnendurchfluteten Radweg, den die oben erwähnten Bekloppten komischerweise eisern ignorieren.

Vor der Kasse steht eine riesige Menschenmenge. Darunter auch fünf ältere Herren in Team-Telekom-Outfits, die lauthals verkünden, dass sie nach 20 Kilometern Radfahren jetzt noch 25 Bahnen schwimmen werden …

interessante Triathlon-Variante: mit dem Fahrrad ins Schwimmbad, mit dem Krankenwagen wieder zurück.

Drei Teenies zwängen sich durch die Reihe nach vorn. Auf meinen freundlichen Hinweis, sie sollten sich doch bitte hinten anstellen, antwortet einer mit einem ebenso freundlichen: „Halt die Fresse, du Schwuchtel!“ Aber ich freu mich einfach nur weiter auf das kühle Nass und passe nebenbei auf, dass mir im Gedränge keiner den Geldbeutel klaut.

An der Kasse mache ich meinen Anspruch auf Ermäßigung geltend. Die freundliche Dame bittet mich herein, lässt sich Studentenausweis, Personalausweis, Führerschein, EC-Karte, Organspender-Karte, Impfpass und Geburtsurkunde vorlegen und unterzieht mich einem Lügendetektor-Test.
Nachdem das BKA meine Fingerabdrücke überprüft hat, gewährt man mir tatsächlich ermäßigten Einlass in den Badespass-Park!

Ich suche mir ein nettes Plätzchen auf der Wiese, lege mein original rotes Schwuchteltuch auf ein Ameisenloch und eine alte Portion Pommes und freu mich auf den schönen Tag. Die Vöglein singen, die Kinder schreien und die Kids nebenan erfreuen das ganze Schwimmbad mit dem lieblichen Geschrei von Rammstein, welches aus ihrem Ghettoblaster dröhnt.

Dann erfreue ich die Bienen und Wespen, indem ich mich von Kopf bis Fuß mit einer pampigen stinkigen Sonnencreme einschmiere. Sofort summen sie lustig um mich herum …

Ach, das Leben ist schön!

Nachdem ich mich eine halbe Stunde in der Sonne geräkelt habe, bekomme ich langsam Durst und greife zu meinem Wasser. Als ich gerade trinken möchte, donnert mir ein Fußball lustig hinten auf die Birne, was dazu führt, dass ich mir am Flaschenhals ein noch lustigeres kleines Stück vom Schneidezahn abschlage …

Ich drehe mich um und da steht … so ein Zufall! Das sympathische kleine Arschkind vom Eingang!

Entschuldigend sagt der Kleine zu mir: „Gib mein Ball her, du Missgeburt!“
Da kann ich natürlich nicht nein sagen und werfe ihm den Ball zu …

Im Schwimmbad ist es echt toll!

Doch ein Schluck Wasser konnte mich nicht wirklich erfrischen. Zeit für einen Sprung ins kühle Nass! Nachdem ich einen netten Mann neben mir darum gebeten habe, doch ein Auge auf meine Sachen zu haben, während ich schwimme, schlendere ich zum Becken.

Hier ist es toll!

Viele kleine Kinder rennen herum. Eins rennt mir mit dem Kopf in die Eier und fängt an zu heulen. Die Mutter schreit mich an, was mir einfiele, so
einfach am Becken vorbeizugehen, wenn ihr Kind da herumtobt. Ja, das tut mir natürlich Leid … hätte ich auch wirklich besser aufpassen müssen.

Endlich bin ich im Wasser. Das ist echt schön! Das Sonnenöl von Tausenden Leuten schillert auf der Wasseroberfläche, durch die Chlor-verätzten Augen scheint die Welt in einen lieblichen Schleier gehüllt. Ich tauche unter und genieße gerade den Wechsel zwischen kaltem Wasser und warmem Pipi, als mir ein nettes kleines Kind vom 3-Meter-Brett auf den Rücken springt. Als ich japsend auftauche, um mich zu entschuldigen, sehe ich, dass es ja genau das gleiche Kind wie eben war! Hach wie nett! Hoffentlich hat es sich nicht wehgetan! Es hört auch tatsächlich gleich auf zu weinen, nachdem ich ihm meine Uhr geschenkt habe. So ein liebes Kind!

Raus aus dem Wasser, zurück zum Platz.

Als ich dort ankomme, ist der nette Nachbar, der ein wenig auf meine Sachen aufgepasst hat, nicht mehr da. Mein Geldbeutel auch nicht. Dafür aber sein Hund, der gerade mein Schnitzelbrötchen frisst um danach in meinen Turnschuh zu scheißen. Netter Hund!

Eigentlich bin ich sehr ausgeglichen … aber jetzt ist es doch langsam genug. Ich packe meine Sachen zusammen und die Sachen vom Nachbarn in seine Kühlbox. Selbige lasse ich feierlich im Wellenbecken zu Wasser und schaue mir belustigt den wilden Ritt an, während ich ein paar Takte „Surfin USA“ pfeife.

Mit dem Handy des Herrchens rufe ich eine 0190-Nummer an und werfe es dann aufs Dach der Umkleidekabinen. Jetzt hab ich mich schon beinahe beruhigt.
Ich schlendere zu meinem Fußball-Freund, nehme ihm den Ball ab und schieße ihn mit einem beeindruckenden Vollspann aus einem Meter Entfernung direkt in sein nettes Gesicht. Nachdem er blutüberströmt nach hinten umgefallen ist, nehme ich die Gelegenheit wahr, in seinem Rucksack noch ein kleines Feuerchen zu legen und mache mich auf den Weg zum Ausgang.

Als ich am Beckenrand vorbeikomme, sehe ich meinen Kumpel vom 3-Meter-Brett.
Da der Bademeister gerade dabei ist, einen Telekom-Opa aus dem Becken zu fischen, nutze ich den Moment, schnapp mir die Badehose des netten kleinen Schweinepriesters und hänge sie nicht weit entfernt an einen hohen Ast.

Als ich am Ausgang ankomme, schau ich mich ein letztes Mal um: Der Fußball-Penner hüpft plärrend um seinen brennenden Rucksack herum (das Feuer hat inzwischen auf benachbarte Bastmatten übergegriffen), die kleine Nervensäge hüpft nackt unter dem Badehosen-Baum herum (umzingelt von kreischenden Mädchen) und der nette Nachbar sucht seine Klamotten … die fest verschlossene Kühlbox zieht immer noch ihre Bahnen im Wellenbecken und
das Handy funkelt mir lustig vom Umkleidedach zu. Die Rechnung muss inzwischen bei etwa 98 Euro liegen …

Als ich zum Auto zurückkomme, hängt ein Strafzettel dran. Ich nehme ihn ab, lese ihn aufmerksam durch und esse ihn auf. Dann steig ich in mein brütend heißes Auto und denke:

Gar nicht so schlecht, so ein Besuch im Freibad

An das Finanzamt

Liebes Finanzamt, liebe SVS! Leider kann ich ab sofort keine Buchhaltung mehr abgeben. Ich habe vergessen wann und wo ich gearbeitet habe. Da ich vermutlich auch nie einen Laptop besessen habe, gibt es auch keine gespeicherten Daten. Ich habe das alles auf meinem Handy gespeichert und die Daten lösche ich regelmäßig. Tut mir leid. Sie brauchen mir auch keine Erlagscheine zu schicken, weil ich vergessen habe wo mein Postkastl hängt. Nicht böse sein, aber ich bin ja sogar zu dumm, meinen Namen richtig zu schreiben. Sollten Sie mir aber einen Job in der Regierung beschaffen wollen, so nehme ich diesen gerne an. Ich erfülle alle Voraussetzungen für einen Ministerposten. Der soeben verfasste Text löscht sich in meinem Gehirn in drei Sekunden…..3….2…..

Das tragen von Masken und Körben…

Da betrete ich den TEDi, um ein wenig zu stöbern, als plötzlich eine junge Dame mir den Weg versperrt.
„Bitte nehmen Sie einen Einkaufskorb, es ist nur zu Ihrem Schutz“😷
Ich stutzte, bin etwas verwirrt und denke so, wie kann mich denn dieser Einkaufskorb schützen? Gedacht, gefragt. Die Verkäuferin runzelt die Stirn, so als wäre ich es, der es nicht verstanden hätte.
„Wir haben Corana“ sagt die junge Dame wie selbstverständlich. „Ja, denke ich so, und das lässt das Gehirn offenbar gewaltig schrumpfen“🙈🤷‍♀️
„wie soll ich das Körbchen denn korrekt anwenden, um maximalen Schutz zu bekommen?“ frage ich nach. Die Verkäuferin ist sichtlich irritiert. „Wie meinen sie das“ fragt sie höflich nach
„Na wenn sie mir schon gegen Corona ein Schutzkörbchen empfehlen, dann will ich es auch korrekt anwenden“ sage ich
Die junge Dame dreht sich schweigend um ohne das ich eine Antwort bekomme. 🤷‍♀️
Ich bin ratlos, weil ich immer noch nicht weiß, wie ich dieses Körbchen im Kampf gegen Corona einsetzen soll. Ich denke nach. Stülpe mir also das Ding über den Kopf.
Inkl. Maske, unter der mich ja zum Glück niemand erkennt. 😷
Ich kaufe bei TEDi ein paar Kleinigkeiten. Die Leute schauen mich an, als wäre ich ET. „Das ist nur zum Schutz gegen Corona“, ☝️sage ich einer Frau die mich anstarrt, als hätte ich nicht alle Tassen im Schrank. „Das hat mir die Verkäuferin gesagt“, füge ich hinzu.☝️
Zum Glück erkennt mich niemand unter der Maske. Das Körbchen auf meinem Kopf macht die Tarnung perfekt.✌️ An der Kasse zahle ich meinen Einkauf. Die Verkäuferin schaut mich an und meint, „eigentlich sind die Körbchen für die Waren“.
„Ja,“ antworte ich,“ dass hab ich mir eigentlich auch gedacht, aber ich wusste wirklich nicht, dass Einkaufskörbe gegen Corona helfen. Das hätte man früher wissen müssen, dann wäre uns wohl vieles erspart geblieben“.☝️☝️

Also Leute, Maske allein reicht nicht aus, aber ein Einkaufskorb auf dem Kopf bietet maximalen Schutz. Wer hätte das gedacht.

Der Erlkönig (21. Jahrhundert)

Wer surft so spät durch Nacht und Netze?
es ist der User in wilder Hetze.
Er hat sein Windows fest im Arm,
… und auch dem Modem ist schon warm.
„Mein Windows, was birgst du so bang dein Gesicht?“
„Siehst du, oh User, das Virus dort nicht?
Den Trojanerkönig mit Makro und Wurm?“
„Mein Windows – es ist nur ein Datensturm.“
„Betriebssystem, komm, geh mit mir,
gar schöne Spiele spiel ich mit dir,
manch bunte Websites sind am Strand
und auf den Servern gibt´s viel Tand.“
„Mein User, mein User, und hörest du nicht,
was das Virus mir leise verspricht?“
„Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind;
es piepst nur das Modem, das wieder mal spinnt.“
„Willst, feines Windows, du mit mir geh’n?
mein Makro soll dich kitzeln schön,
meine Routinen werden die Bytes dir recht schütteln,
und löschen und deine Dateien gut rütteln!“
„Mein User, mein User und siehst du nicht dort
Trojaner´s EXE am düsteren Ort?“
„Mein Windows, mein Windows, ich seh´s genau,
es glimmt doch mein alter Schirm nur so grau.“
„Ich lieb dich, mich reizt deine DLL;
und willst du gleich booten, dann lösch ich dich
schnell!“
„Mein User, die Platte läuft an!
Trojaner hat mir ein Leid angetan.“
Dem Surfer grauset´s, er klickt geschwind,
und in der Leitung das Bit gerinnt;
Er kappt die Verbindung mit Mühe und Not,
jedoch zu spät – das Windows ist tot.